Präzision live erleben: Werkzeugmechaniker-Schüler auf der Stanztec in Pforzheim

Schüler stehen in zwei Reihen vor dem Messegebäude

Pforzheim/Nagold. Am 17. Juni unternahm die Klasse M3WZ der Rolf-Benz-Schule Nagold einen außergewöhnlichen Ausflug: Gemeinsam mit ihrem Lehrer Herrn Kopp besuchten die angehenden Werkzeugmechaniker im 3. Lehrjahr die Fachmesse „Stanztec“ in Pforzheim. Die Messe gilt als eines der wichtigsten Branchentreffen für Stanz- und Umformtechnik.

Vor Ort erwartete die Schüler eine Welt voller High-Tech-Präzision. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von den vollautomatischen Stanzautomaten, die mit hohen Taktraten filigranste Metallteile fertigen – etwa Kontakte für die Elektronikindustrie oder Mikrobauteile für die Medizintechnik. Die Maschinen arbeiten mit Toleranzen im Mikrometerbereich.
Auch Mehrstufenwerkzeuge, die mehrere Arbeitsschritte wie Stanzen, Biegen und Fügen in einem einzigen Durchlauf vereinen, zogen die jungen Besucher in ihren Bann.

Ein besonderes Highlight war der Empfang bei der Firma ite-ms, die den Schülern exklusive Einblicke in ihre Produktionsabläufe gewährte. Dort wurden sie ausführlich über die zunehmende Digitalisierung im Shopfloor informiert – vernetzte Maschinen, Echtzeit-Datenerfassung und automatisierte Prozesssteuerung stehen hier im Fokus. Ebenso beeindruckend war die Vorstellung der digitalen Instandhaltung: Mit sensorbasierten Überwachungssystemen und vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) können Ausfallzeiten minimiert und die Effizienz deutlich gesteigert werden. Diese praxisnahen Einblicke zu Industrie 4.0 zeigten den angehenden Werkzeugmechanikern, wie moderne Fertigung heute weit über das reine Stanzen hinausgeht und zunehmend von Software und Daten getragen wird.

Ein weiterer Höhepunkt war der Stand der Firma HAILTEC. Dort präsentierten die Fachleute eine neuartige Lasertechnik, den ULTRAKURZPULS-LASER, der auf dem mit dem Nobelpreis für Physik 2018 ausgezeichneten Femtosekunden-Laser basiert. Mit diesem Ultrakurzlaser können extrem feine Strukturen u.a. bei Prägestempeln direkt in  hartes Werkzeugmaterial geschrieben werden – berührungslos, verschleißfrei und mit einer bislang unerreichten Detailgenauigkeit. Das ist Werkzeugfertigung der Zukunft.

Besonders wertvoll für den Unterricht: An zahlreichen Ständen gaben Fachleute geduldig Auskunft über Konstruktion, Materialien und Fertigungsabläufe. Der Lehrer zeigte sich zufrieden: „Solche Messebesuche machen die Inhalte des Werkzeugmechaniker-Handwerks erfahrbar und begeistern die Schüler für technische Spitzenleistungen.“

Die Klasse M3WZ kehrte am Nachmittag mit vielen neuen Eindrücken zurück – und dem Wunsch, bald wieder eine Fachmesse zu besuchen.

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